Lange schon frage ich mich: wozu bin ich eigentlich da?
Und wie so oft bisher, bin ich in der Art und Weise wie ich frage, schon auf dem Holzweg. Ich will etwas wissen, ohne die Antwort wirklich annehmen zu wollen. Es fühlt sich heute so an, als brauchte ich “Wissen” als eine Art Alibi. Als Ausrede für meine Feigheit, die Verantwortung für mein Leben wirklich komplett anzunehmen. Verantwortung auszufüllen ist was ganz anderes als sie auszuhalten. Lieber Opfer statt Gestalter. Lieber jammern statt machen …
In dieser Haltung fehlt mir aber das satte Gefühl, wirklich zu leben.

Mit etwas mehr Reife bin ich mir meiner halbherzigen Neugier heute bewusst.

Ihr kennt sicher die Frage: “was hat das mit mir zu tun?” Die hat es in sich! Meine eigene Weissheit, mein eigenes tiefstes Wissen – und eben an der Stelle war ich doch sehr lange unaufmerksam, vorschnell und oberflächlich. Schlampige, gequeme Antworten haben mich für diesen Zugang lange blind und taub gemacht – die Intuition wusste es längst, nur ich war einfach noch nicht soweit. Fast schäme ich mich ein bisschen, es erst jetzt zu erkennen. Ich übe es ganz mutig, immer wieder. Und ich bedanke mich von Herzen, dass ich es jetzt sehen und annehmen kann. Ich nehme an, egal was es ist, denn es ist meins und war schon immer meins. Es ist jetzt einfach an der Zeit, Dinge anzunehmen, die ich solange nicht wirklich wirklich integrieren wollte. Fast glaube ich, dass die unnachgiebige Corona-Zwangsjacke brennglasartig den Fokus auf tiefste Verstrickungen und Blokaden gelegt hat. Vielen, vielen Dank für Alles. Und vielen, vielen Dank an alle, die mir dabei geholfen haben und Verzeihung an die, die ich nicht sehen konnte, obwohl sie alles gegeben haben, um mich zu unterstützen. Ich war wirklich unverbesserlich, zäh, blind und arrogant, ungerecht und zerstörerisch. Ich weiß auch, dass ich immer wieder so sein werde  – aber jetzt kann ich es wenigstens erkennen, als meines und versuchen es seltener zu tun – und dafür noch viel öfter aus dem Herz, mit Liebe zu agieren. Wirklich dem Gefühl folgend, nicht  dem Verstand und der Angst.

Also, Verantwortung für das eigene Leben annehmen. Komplett. Mit Bewusstheit und Anerkennung meinem Leben weiter folgen – weniger im Verstand mehr im Gefühl. Achstam, behutsam, offen.

Mein Weg in dieses Leben startet mit einer missglückten Abtreibung.
45 Jahre habe ich mich dran versucht, daraus kein Drama zu machen. Das waren schwere Zeiten der Anschuldigung, der Ablehnung. Brutal und verletzend nach außen und auch immer nach innen. Mich und Andere verurteilen, immer wieder alles in Frage stellen, das war mein täglich Brot, meine Nahrung, das hat mich geleitet.
Im Laufe der Zeit wuchs zum Glück aber auch die Akzeptanz – und mit ihr zeigten komplett neue Aspekte auf mein pures Ich. Ein tiefes Gefühl der Demut war mir ein untrüglicher Anzeiger: hier bist du richtig! Aus dem Gefühl – ohne Anspruch auf Richtigkeit – konnte ich immer öfter den Blick auf mich und mein “Sein” lenken und über das Herz feedback zu meinem Glück erfahren. Das Glück so zu sein wie ich bin. Hier. Jetzt. Und immer. Nicht mehr rückwärts verstehen „warum“… sondern vorwärts „wozu“.

Es eröffnete sich ein weiterer Blickwinkel auf mein Leben. Unfassbar, unbegreiflich, unberschreiblich – nicht mit Worten. Wäre ich Musiker würde ich es in meiner Musik auszudrücken. Mein Kanal, über den ich Zugang in diese wundervolle Lebensqualität bekomme, ist die “Cranio-Sacral-Berührungs-Arbeit”. Hier erfühle ich den Rhythmus des Lebens. Mit jeder Behandlung, nehme ich die Melodie der Seele und die Bewegung seines Wesens wahr. In Schwingung, Licht und Energie. Sich wie im Tanz einander zu begegnen und gemeinsam ein Stück weit zu gehen – das ist mein Zugang zu dieser lebenslustigen Leichtigkeit des Hierseins. Und diese (Behandlungs) Zeit ist ein Geschenk, das ich vom Leben bekomme, um es weiter zu geben.

Das ist wirklich mein schönstes “wozu”

Danke, danke, danke Leben, dass sich mir mein Dasein jetzt doch soo richtig wundervoll anfühlt: Herzlich Willkommen auf dieser Welt, die ich um ein Haar nicht erreicht hätte. Was für ein Glück! Danke.