Mosaik_Spiegeln

Was hat das mit dir zu tun?
Das bist alles du selbst! … Ich kann es bald nicht mehr hören!
 
Weil es leider stimmt. Ein unangenehmer Perspektivwechsel der eine Ego-Revolution auslöst und mich nachher mit einem Selbst-Verantwortungs-Tsunami an die Wand klatscht.
Klingt nach Katastrophe, ist drezeit auch immer wieder mein vorherrschender Gedanke.
Das liegt aber wohl eher an meinem Hang zum Spektakel. Narzisstische Menschen wie ich glänzen sogar noch im Totalverlust.
Aber zum Glück spüre ich jetzt auch schon viel schneller meine wiedererwachte, kindliche Neugier, wenn ich mich im Spiegel sehen kann. Eine merkliche Erleichterung kommt hoch, wenn ich in meinem Vorurteil oder einer spontanen Ablehnung, mich selbst sehen kann. Hui! Eine schelmische Freude fährt hoch – ahhh, ertappt! Hihi😉
Und diese Spiegelerfahrungen sagen mir: das Spiegelbild meint es gut mit mir! Es bringt dich nicht ja nicht um! Sieh es als Spiel. Hab dich! Lieb!

Mosaik_Entscheiden

Ich habe es doch kommen sehen, war klar, musste ja so kommen, …
So betrachtet, stimmen alte Glaubenssätze wie z.B. “ hast dich zu früh gefreut, das hast du jetzt davon, wieder mal nicht aufgepasst, naja dann schau, wie du das wieder hinbekommst, selber Schuld … „

So und noch viel derber waren die angstvollen Gedanken und Wahrnehmungen der letzten Monate. Veränderung steht an. Nichts anderes! Wachstum will sein. Juhu, ich komme weiter. Mein Leben hat etwas vor mit mir! Habe ich doch in den letzten Jahren erfahren dürfen, wie toll das Leben für mich sorgt, wie sehr es mich liebt! Ich konnte zutiefst Dankbarkeit und Demut erfahren, Leichtigkeit reinholen und Vertrauen zu mir selbst entwickeln – und trotzdem steht jetzt die Angst neben mir?! Dass die Angst mich liebt und mich nur beschützen will, weiß ich natürlich …
Ich kann auch schon ein bisschen besser aufhören zu hadern oder nach Gründen zu suchen, womit ich das wohl verdient habe. Ich durfte immerhin schon mal kapieren, dass es reicht, einfach zu nehmen was ist.
Na dann! Offensichtlich ist es jetzt an der Zeit, anzufangen. Ins Tun kommen. Grübeln ist vorbei. Also, wie entscheide ich mich? Jetzt! Und werde ich dann aufhören, wieder und wieder zu hinterfragen?
Tja, an dieser Schwelle bleibe ich dann noch eine Weile stehen. Schockgefrostet. Wer bitte kann mir das abnehmen? Selbstmitleid, Kinderkulleraugen, Krankheit, … mit 59 Jahren!!!
Coach, Therapeut, Change & Berufungs-Profi – wozu würdest du mir raten?
Klappe! Trau ihm nicht, der hat doch keine Ahnung von dem jetzt …
Arschtritt wo bist du? Ist denn keiner da, der mir Entscheidungen abnimmt und mich aus der Komfortzone rauskickt?

So ist das, wenn man erwachsen ist, selbstverantwortlich für sich (und andere) denkt, arbeitet, schuftet, erntet, nichts verlieren will, was schon mal gut war, …

Dabei ist entscheiden gar nicht schwer: Ja! Nein! Beides! Machen! Sehen, was rauskommt, Wunsch und Wirklichkeit abgleichen, justieren oder laufen lassen, wieder schauen, … revidieren oder gut finden, weiter gehen. Der Veränderung Zeit geben – und ihr nicht durch Grübeln Zeit stehlen!! Schenke ihr deine Zeit! Deine Aufmerksamkeit und Unterstützung.
Das Einzige was auf diesem Weg ein bisschen schwierig werden könnte: nicht oft genug zu lauschen. Sich von der Hektik der Welt und dem Lärm des Verstandes ablenken zu lassen, und so die Signale von ganz tief in einem selbst nicht zu empfangen. Es wird außerdem Mühe kosten, nicht vorschnell zu bewerten, was das Ganze jetzt soll, …
Also, alles halb so wild. Existenzängste, Schreckensszenarien sind ganz einfache Reflexe alter Bekannter. Ich sehe sie. Ich mag sie. Ich kenne und achte ihr wahres Wesen.

So gesehen gibt es keine „schweren“ Entscheidungen – ich mache sie mir nur selbst schwer, indem ich wieder einmal Ängste und Erwartungen daran knüpfe. Als könnte ich in die Zukunft schauen, male ich mir hässliche Konsequenzen vor mein inneres Auge.
Bei meinen Klienten fällt es mir leicht, das alles zu veranschaulichen um ihrer Veränderung ans Licht zu helfen. Ihnen die Angst zu mildern vor Dingen die noch nicht mal da sind.
Bei mir selbst merke ich das selbstverständlich auch, sage mir dann aber, dass es hier und jetzt wirklich wichtig ist. Purer Selbstschutz, eben weil ich mich kenne, ich hatte doch schon damals versucht und es hat nicht geklappt, … Klar kenne ich meine Vergangenheit, das was ich schon alles geschafft habe, aber was ich noch nicht geschafft habe, was ich noch nicht kann, dem gebe ich einen gefährlichen Anstrich?? Ja, das mache ich. Na und?
Wo bitte, bleibt da der kleine Christian, der etwas lernen will, wo bleibt die Neugier, die Lust etwas Neues zu erfahren? Die Lust das Leben zu leben?!
Wir kennen und kritisieren gerne Helikoptereltern, aber uns selbst erlauben wir schon lange keine Bauchlandung mehr … das ist kontraproduktiv!

Das Gegenteil von „GUT“? – „GUT GEMEINT“!.

Alles mehrfach erkannt und in der Tiefe der Gefühle durchdrungen und trotzdem immer wieder eine Herausforderung – das wird wohl noch öfter so gehen! Hoffentlich! Denn so werde ich immer weiter wachsen. Über mich hinaus. Und das „Unmögliche“ wird Realität und ein weiterer Indiz meiner Unendlichkeit. Puh! Danke!

Mosaik_Liebe_Selbstliebe

Wie ist das mit „bedingungslos lieben“??
Klingt nach Selbstaufgabe, ist aber das Gegenteil wie ich meine, oder mit „den Anderen nehmen wie er ist“. Auch so eine Weisheit die zur Floskel verkommt, weil wir zu schnell drübergehen. Warum mutieren Beziehungen, die in Liebe starten, oft nach einigen Jahren zu Hass und Zerstörung?
Da kommt mir der Gedanke wie es wäre, wenn man keine andere Person braucht um sich selbst richtig und gut zuführen. Sich so richtig gut und geborgen zu fühlen. Willkommen sein, mit Herzenswärme und echter Zuneigung. Dieses innige Bedürfnis wollen wir komischerweise unbedingt mit jemandem da draußen befriedigen. Wir verbinden es mit dem Gefühl „Liebe“ und rennen los.
Der tiefe Wunsch nach Bestätigung, Anerkennung, Sicherheit, sucht sich doch immer wieder eine außenstehende Person als “ Erfüller“. Wir wurden in Selbstliebe nicht geschult, wurden eher zu guten Menschen erzogen (edel, hilfreich und gut) und lernten uns selbst an allerletzte Stelle zu stellen. Wir können uns selbst nicht mehr geben was wir zum gesunden Leben brauchen: Anerkennung. Und so kommt es, dass wir uns selbst einfach nicht genügen. Wir wachsen auf und bekommen Anerkennung zuerst von den Eltern, die uns lieben und loben. Ab da, oder spätestens als Heranwachsender starten dann oft grundlegende Verwechslungen. Verliere ich die Liebe wenn ich keinen Grund mehr für Lob liefere?
Später kommt die Anerkennung dann sowieso fast nur noch aufgrund von Leistung, Bildung, Beruf, Karriere. Daraus werden dann Bedingungen, Regeln die sich x-mal bestätigen und das Prinzip „Liebe für Leistung“ manifestiert sich. Wir werden abhängig. Feiern die Erfolge und werden doch nicht satt. Sind süchtig nach Liebe, können sie aber garnicht wie selbstverständlich annehmen oder wirklich hereinholen. Schließlich kommen wir in den Reflex uns dafür revanchieren zu müssen. Wir selbst haben uns diese Bedingungen ja zum Gesetz gemacht und haben jetzt eigentlich nur noch Angst dagegen zu verstoßen, um dann alles zu verlieren. Wir haben Angst vor uns selbst, weil wir glauben nicht gut genug zu sein. Naja, wir wissen es – wir selbst haben diese Lüge ja zur Wahrheit gemacht.
Ich habe wirklich viele Menschen kennengelernt die einen langen und schweren Weg gehen mussten um zu einem innigen und unverstellten, natürlichen Selbstbewusstsein zu kommen, das nicht mehr angstgesteuert ist. Beziehungen mussten scheiterten, Jobs gingen flöten, Krankheiten nahmen Platz, … so unterschiedlich wie die Menschen sind, so unterschiedlich waren dann aber auch ihre Wege aus diesem Dschungel heraus. Es geht wirklich und es eröffnen sich wirklich natürliche Wege zur perfekten Selbstachtung. Mit etwas Übung sogar zur Selbstliebe. Die Kraft die hier frei wird, lässt erahnen wie anstrengend es sein muss in dem falschen Angstmodus zu agieren.
Ich habe genauso aber auch eine Menge Menschen kennengelernt, die ganz normal selbstsicher, selbstbewusst und zufrieden mit sich sind und es schon immer waren. Völlig normale, natürliche Menschen. Absolut unauffällig und dennoch eine ganz besonders angenehme Ausstrahlung auf mich hatten. Herzlich. Ruhig. Wohlwollend. Zurückhaltend.
Es kann wohl auch ganz leicht gehen – und dass das der richtigere Weg ist, zeigen mir diese Menschen.  Ihre Gesundheit, ihre Krafft, ihre Resilienz, ihre Partnerschaft, ihre Kinder…
Wundervoll.
Wenn ich als Erwachsener keinen Partner, keine Instanz mehr im Außen brauche um gesehen und geliebt zu werden, dann ist da auch keine Not, kein Manko. Nichts, was eine Liebende Person dann richten sollte.
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Was für eine unumstößliche Wahrheit. Erlernt haben wir aber, den anderen mehr zu lieben und uns zuletzt.
Wir können uns selbst lieben und den anderen! Wie schön die Vorstellung: Der Andere liebt sich selbst so wie mich …
Oups, da kommen doch gleich ganz komische Gefühle:
Der ist ja egoistisch…, der kann sich selber ja gar nicht leiden…, zu sich selbst hart und streng, die anderen verwöhnt er…, oft auch genau anders herum. „vom Andern erwarten was er selbst nicht bringt…“ die Varianten sind so vielfältig, dass auch nach x gescheiterter Beziehungen das Muster nur dem auffällt,  der anfängt bei sich selbst mal ganz genau und tief hinzuschauen.
Der, der nicht den Streit streitet, sondern der in sich hinein lauscht, was das mit ihm zu tun hat, der kann aus diesem Karussell aussteigen. Ob die anderen Karusellfahrer dann allerdings auch mitaussteigen, ist offen.
Wenn ich mir selbst die Liebe geben kann, die ich zum Leben brauche – wie die Luft zu Atmen, kann alles ganz normal werden.
Liebt mich dann auch noch ein anderes Wesen, so wie sich selbst, ist das Glück mehr als perfekt. Denn er liebt mich dann 100% freiwillig und nicht weil er was füllen will (was sich nicht füllen lässt). Er tut es weil er Liebe fühlt. Einfach so. Es ist dann auch nicht mehr geben und nehmen, sondern es ist leben. Liebe lebt man.

Mosaik_Berührung

Der Begriff „Berührung“ mit all seinen Bedeutungen hat für mich im Lauf der letzten Jahre einen ganz zentralen Stellenwert bekommen. Ich erlebe beinahe täglich, Wie Berühren und berührt werden beinahe zu jeder Gelegenheit stattfinden kann und mich nährt. Gleichzeitig erkenne ich die Notwendigkeit mich auch abzugrenzen. Das Eine braucht das Andere.

Mein ganz persönliches „Erwachen und Erwachsen“, startet mit der Berührung in einer Craniosacral-Behandlung. Ich hatte das Gefühl, jemand berührt meine Seele. Liebevoll, wohlwollend und ohne jede Erwartung / Wertung. Dieser Erst-Kontakt hat mich & mein Leben nachhaltig verändert. Ich konnte mich ganz bewusst und angstfrei öffnen, die Jahrzehnte lange Isolation meiner Seele war aufgehoben. Unspektakulär, sanft, leise, innig, tief. Es fühlte sich an wie „Erinnerung„. Ich wusste, dass diese wohlig warme Zufriedenheit 1000% genau richtig ist und schon immer da war. Das ist mein original „hier bin ich daheim“ – Gefühl. Hervorgeholt durch Berührung. Bis dato suchte ich diese tiefe Zufriedenheit mittels Anerkennung zu erreichen. Aus heutiger Sicht krampfhaft und völlig verrückt – nur im Außen. Andere sollten mich mögen, gut finden, mich lieben, … Wie ein Verdurstender suchte ich diese Geborgenheit durch Leistung und Harmonie entstehen zu lassen, mir quasi zu „verdienen“. Das genaue Gegenteil trat ein – als logischer Effekt wenn ich im Außen etwas suche das im Innen nicht sein darf. Verletzung, Schmerz, Einsamkeit, Verlust auf jeder erdenklichen Ebene. Scheidung, Hartz IV, Depression, … ganz normal krass krank.

Wie sich mit dieser Erkenntnis mein Leben veränderte, wird ein anderer Aufsatz – jetzt zurück zum Berühren. Während der Ausbildung zum Cranio Sacral Therapeut lernte ich eine Reihe von Techniken des Berührens. Von oberflächlich, dem Bindegewebe folgend, bis tief ins Unterbewusste, die Narben aus traumatischen Vorfällen spürend. Berührung durch unverstellte Präsenz. Nur „da sein“, mehr noch: nur „sein“. Das andere Wesen wahrnehmen, eben mit dieser Sanftheit, wie ich sie erinnere. In einer ursprünglichen Verbundenheit, die kein Urteil spricht, die alles sieht und anerkennt was da ist. In Liebe.

Die Fähigkeit das zu tun, auf Termin, bei Jedem und unter allen Umständen ist tatsächlich möglich. Ich sehe das ja bei meiner allerliebsten Lehrerin, Angelika Wessling, bei anderen Therapeuten und ab und an auch bei mir selbst, wenn ich Selbstzweifel und Angst gehen lasse und einfach hinein-lausche was sich zeigen möchte. Kontakt aufnehmen, in Resonanz gehen, geben und annehmen. So wunderbar einfach sind unsere Wesen.

Berühren, z.B bei Hände schütteln. Ich kann die andere Hand ergreifen, sie drücken bis ich denke, ich habe genug Druck gemacht um selbst gespürt zu werden und weg.

Ich kann aber auch spüren wie meine Hand beim Anderen andockt, wie sich beide Hände berühren und Inhalte austauschen, Gefühle, Wünsche, Sorgen oder Impulse schicken. Ich kann Temperatur nehmen wie ein Fieberthermometer, kann meine Innenwelt zeigen und die des Gegenübers sehen.

 

Mosaik_festhalten oder annehmen

Wer in mir sagt eigentlich, dass ich an den schönen Dingen immer gleich heftig festhalten muss??
Ich habe mittlerweile die Gewissheit, dass manche Sachen zu zart sind, um sie „fest“ zu halten. Sie gehen dadurch kaputt. Und es sind eben meist die besonders wertvollen Dinge die so sind. Von Natur aus. Und klar – es gibt auch schöne Dinge, die sind so groß, die kann niemand festhalten.
Also – annehmen ohne zu grabschen!
Es kommen immer mehr wundervolle Dinge in mein Leben, jeden Tag, seit ich nicht mehr soviel „dringend“ suche und „fest“ halten will.
Mit ganzem Herzen annehmen. Dankbar und mit Respekt.
By The Way – was bedeutet Respekt für mich?