Mosaik_mich selbst zurücknehmen

Als ob sich eine Türe aufgemacht hat und ich einen Raum betreten darf – ich fühle mich eingeladen und gehe gerne hinein: „Mich selbst zurücknehmen“ ist mir als große Tugend und immerwährende Herausforderung schon länger bekannt. Doch die Umsetzung ist mir im Innersten oftmals noch unerwünscht.
Zu sehr will ich etwas wegen mir – das weiß ich. Das durfte ich in einigen „Prozessen“ und Aufstellungen auch immer wieder anerkennen.
Heute weiß ich, dass ich im „Cranio-Behandeln“ den perfekten Lehrer habe, der mir superklar zeigt, wie ich an dieser Stelle grad drauf bin. Das geht dann so:
Ich mache mich also locker, erde mich, meditiere mein „helfen wollen“ weg und biete mich meinem Klienten an. Bedingungslos und liebevoll. Ich beobachte mich, wie ich nichts will und nicht suche. Und mein innerster Beobachter wartet geduldig mit mir… Dann kommt mir etwas von dem Klienten entgegen, etwas aus ihm zeigt sich mir, etwas hat Vertrauen in mich gefasst. Ein Gedanke, ein Gefühl, eine Wahrnehmung in meiner Hand, in den Fingern, Fingerbeeren,..
Das ist dann der Moment der Wahrheit:
Befriedige ich damit etwas in mir? Wie gehe ich damit um, dass es sich mir zeigt? Kann ich einfach mitgehen? Schalte ich deshalb mein Hirn ein und verlasse damit augenblicklich die liebevolle, reine Hingabe in dieser Begegnung?
Oder bleibe ich selbstlos und lausche einfach. Biete mich an für alles was mit mir oder durch mich kommen mag? Dienend? Nicht nehmend, um etwas draus zu machen – für mich und wieder nur für mich. Z.B. um mir zu bestätigen: ja, ich kann was. Um mich über mich zu freuen: ich hab’s wieder einmal geschafft, dass es mir vertraut. Mich für gut ausgebildet zu halten: wusste ich es doch, war ja klar ...
Genau an dieser Stelle darf und kann mein Beobachter jetzt wirklich tief bei mir reinschauen. Direkt ins Herz. Hui.
Das ist mir neuerdings immer mal wieder möglich!
Dass mich dieser Cranio-Moment, wo sich mir etwas zeigt, so sehr und so tief berührt, das erfüllt mich mit großer Dankbarkeit. Dankbar jetzt da sein zu dürfen. Dankbar für diese Teilhabe. Dankbar für diese Gabe.
Reicht!